
Unter "Natürliche Waffe" verstehen wir die Gesamtheit des
eigenen Körpers. Manche denken dabei nur an die Extremitäten (Arme und Beine), aber das ist falsch, weil der gesamte Körper zum kämpfen benutzt werden kann und muss. Je nach Situation kann jeder
Teil des Körpers zu einer Waffe werden. Im folgenden zeigen wir einige "Körperwaffen", wie sie im American Kenpo verwandt werden.
Technik |
Zielbereiche |
Bemerkung |
Punch |
für die meisten Ziele geeignet |
traditionelle Technik, in fast allen Kampfkünsten zu finden, sehr starke Technik |
Middleknuckle Fist |
punktuelle Technik für Anwendung gegen Vitalpoints besonders gut geeignet |
im AK oft als Stoß oder Rake genutzt Vorteil der Technik: sehr gute punktgenaue Kraftübertragung zum Ziel,
Schwierigkeit: gute Fixierung des Fingers in
der Faust nötig |
Back Hammer |
Technik meist für den tiefen , aber auch bis mittleren Bereich, im American Kenpo meist "to the groin"
|
Technik kann gut in der "obscure zone" angewendet werden kann schnell und ansatzlos/ verdeckt gezogen werden |
Back Fist |
für für fast alle Ziele geeignet |
blitzsschnelle Technik mit "Flächenwirkung"), als Back Knuckle mit punktueller Wirkung |
Hand Sword |
meist für Anwendungen im Halsbereich oder Vitalpoints im Arm- oder Beinbereich |
sehr schnelle Technik mit punktuelle Wirkung der Handkante |
Claw |
meist zum Gesicht
|
typische AK Technik gut geeignet als Komponente im Billiard Principle, um Körper(teile) dahin zu bekommen, wo man sie gern hätte, um noch effektivere Techniken auszuführen |
Elbow |
gegen alle Ziele möglich gut gegen Vitalpoints |
eine der stärksten Techniken durch ihre Gefährlichkeit im Training mit besonderer Sorgfalt zu behandeln (Verletzungsgefahr) |
Thrusting Front Kick |
gegen fast alle Ziele, besonders Unterbauch, Rippen, Nierenbereich |
sehr schnelle Technik, durch kleine Trefferfläche hohe Gefahr der Verletzung innerer Organe |
Snap Kick |
gegen Weiche Ziele wie Hoden, Rückseite von Gelenken, auch Vitalpoiunts im Beinbereich oder bei Roundhouse Kick im Rumpfbereich möglich |
sehr schnelle Technik |
Thrusting Side Kick |
die meisten Ziele im Rumpfbereich, auch gut gegen Gelenke der Gliedmaßen |
sehr starke Technik |
Hooking Kick |
gegen die meisten Ziele, z.B.: Hoden, Solar Plexus |
sehr starke Technik, die ansatzlos/ verdeckt gezogen werden kann, geringe Verletzungsgefahr der Zehen |
Es ist manchmal nicht so einfach zu Systematisieren, im Nachfolgenden ein Vorschlag der Unterteilung von Waffen:
Priester/ Mönche
(Entwickelten ihre Waffen aus Erkenntnissen über die Natur.) |
Ritter/ Samurai
(Als einzige berechtigt offiziell Waffen zu tragen und im Besitz von "echten" Waffen) |
Bauern
(Die meisten Waffen entstanden aus Alltagsgeräten wie z.B.: Heugabel, Sense, Dreschflegel) |
|
|
|
Im American Kenpo werden auch nichtnatürliche Waffen benutzt, Kenpo Waffen (Waffen, die im American Kenpo benutzt werden) sind:
Waffen |
im Kenpo zu finden in: |
Kurzstock |
Stick-Set, Form 7 - 3rd Degree Black Belt |
Langstock |
Staff-Set - 1st Degree Black Belt |
Messer |
Form 8 (nicht im Prüfungsprogramm) |
Nunchaku |
Nunchaku-Set 1 (von Ed Parker nicht beendet und nicht im Prüfungsprogramm) |

Die Prinzipien, nach denen im Kenpo mit Waffen gearbeitet wird, sind nicht einfach nur "kopierte" Prinzipien von anderen Stilen, wie z.B.: Arnis, Escrima, Kobudo usw. Die Prinzipien der Kenpo Waffen beruhen auf dem Kenpo-Konzept selbst: Aufnahme und Ableiten, Kontrollieren und Entwaffnen.
Die Botschaft an die Schüler ist:
Alles was man mit den bloßen Händen machen kann, kann man auch mit Waffen (z.B.: zwei Kurzstöcken, Messern) machen (Ed Parker hatte Kontakte zu vielen Waffenexperten wie auch zu Ernesto A. Presas, siehe Foto).
Gerade die Abwehr von Messer und Pistole sind nur eine Botschaft, bzw ein Tool, um Kenpo zu verstehen. Über die direkte Anwendung dieser Techniken auf der Straße kann man sich steiten. So haben wir in der AKKA diese Techniken modifiziert, um modernen Anforderungen gerecht zu werden.



Siehe auch hier die Form 7 des Kenpo, sie ist eine Kurzstockform. Hier wird z.B. die Technik "Five Swords" zu "Five Storms" und auch fast alle anderen Techniken der Form 7 sind eigentlich waffenlose Techniken aus den Schülerprogrammen. Wenn man versucht das Kurzstockbewegungsmuster im Kenpo zuzuordnen, kann man einige Kali - Einflüsse erkennen.
Das hängt sicher mit Einflüssen früherer Kenpoinstruktoren zusammen, wie z.B. Dan Inosanto und Larry Hartsell.
Waffen hat Ed Parker mit im System integriert , weil sie sehr gut ins Konzept passten. Wenn man sich die alten Schulen der Kampfkünste einmal betrachtet, so sieht man, dass sich Meister der waffenlosen Künste schon immer auch mit Waffen beschäftigten. Sie erkannten damals schon den, nicht nur kämpferischen, Wert des Umganges mit Waffen. Der Umgang mit Waffen hat positiven Einfluss auf die waffenlosen Techniken und umgekehrt. Waren es doch die, manchmal auch kurzen, Friedenszeiten, die den Samurai die Prinzipien des Waffengebrauchs erkennen ließ. Nun konnte er sein System aus der Ebene der rein technischen Handhabung, in die der begleitenden psychischen Elemente heben.
Abwehr gegen Waffenangriffe
In den den Programmen des American Kenpo werden einige Abwehren gegen Waffen trainiert:
Stock (Club)
12 Techniken ab Yellow Belt

Messer (Lance)
4 Techniken
ab 3rd Brown Belt

Pistole (Rod)
4 Techniken ab 2nd Brown Belt

